18. Januar 2012 OnlineKommentieren

Die Anwaltskanzlei von Christian Wulff hat heute Abend den umfangreichen Fragen- und Antwortenkatalog veröffentlicht, der sich in der Kreditaffäre bisher angesammelt hat. Das war möglich, nachdem die Journalisten auf Ihr Recht am eigenen Wort verzichtet haben. Und so finden sich deren Frage-Mails samt – immerhin geschwärzter – Kontaktdaten in den PDF-Dateien der Anwaltskanzlei (hier entlang).

PR-Agenturen werden sich die Hände reiben. Denn auch wenn die Kontaktdaten der Journalisten geschwärzt sind, lassen sie sich dennoch meistens rekonstruieren. So ist beispielsweise der Anfang von E-Mail-Adressen (vor dem @-Zeichen) stets ungeschwärzt, und die Domain des Pressemediums bekommt man ja i.d.R. leicht heraus. Weil die Affäre um den Bundespräsidenten so hochkochte, haben sich natürlich besonders ranghohe Redakteure oder Ressortleiter um die Recherchen gekümmert. Solche Menschen sind für PR-Agenturen meistens schwer erreichbar, weil sie in keinen öffentlichen Verzeichnissen auftauchen und ihre Kontaktdaten aus gutem Grund nicht jedermann zugänglich machen – sonst würden sie von Pressemeldungen überschwemmt werden.

Der Frage-/Antwortkatalog der Wulffschen Rechtsanwälte bietet nun eine günstige Gelegenheit für PR-Leute, sich mit Redaktionskontakten einzudecken. Alle wichtigen Politik-Journalisten aus Deutschland dürften in den Dateien zu finden sein.

 

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