Bei Sevenload habe ich ein recht merkwürdiges, 17 Minuten langes Video gefunden. Darin berichtet das Hannoveraner Stadtmagazin Der Insider von einem Café im niedersächsischen Kultusministerium. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die offizielle Caféteria sondern um ein Underground-Café, das ein ranghoher Beamter in seinem Büro eingerichtet hat. Sein Name: Andreas Lindner - inzwischen pensioniert. Die Kollegen kamen in Scharen zum Brötchen- und Kekse-Essen in sein Café, sogar zum Flatrate-Rauchen trotz Rauchverbots im Ministerium!
Seit 1984 betrieb Ministerialrat Andreas Lindner sein Café Lindner. Gespielt wurde dort angeblich Poker, Scharade und Mensch-ärgere-dich-nicht. In dem Filmbeitrag kommen einige Café-Besucher (= Beamte des Kultusministeriums) zu Wort:
Donnerstags halb 10 ist immer Happy Hour, ist total was los.
Mindestens einmal die Woche brauchen wir ein bisschen Spaß.
Die Öffentlichkeit wurde durchaus ausgeschlossen.
Service rundum, auch was Steuertipps anbelangt.
Im Café Lindner ist es preiswürdiger als in der Cafeteria.
Im im Café Lindner ist nicht immer alles so dienstlich wie in der Cafeteria.
Und die Betreiberin der offiziellen Caféteria meint: Das Café Lindner ist ein Konkurrenzbetrieb für mich. Darauf aufmerksam wurde ich, als immer wieder Kaffeekannen und Geschirr fehlten. Die fand ich dann im Café Lindner!
Das Video wurde für Herrn Lindner offenbar von den Kollegen zu seiner Pensionierung angefertigt. Meinen Recherchen zufolge sind einige Sequenzen zwar etwas überzogen dargestellt, doch das Café Lindner gab es wirklich. Unvorstellbar, wie viele Steuerzahler-bezahlte Beamtenstunden dort verloren gingen
Nach der Pensionierung von Andreas Lindner schloss das Café. Er will sich nun seinem zweiten Standbein widmen: Lindners Kulturreisen.
Veröffentlicht am: 2009-04-16 20:34:12
Georg Michor kommentierte am 2009-08-13 15:09:14:
Freut mich, das so zu lesen. Könnte fast von mir sein.