DWDL vermeldet, was vor einigen Wochen schon bei Gründerszene durchsickerte: Das bisher kostenlose Handyportal von BILD.de erkennt künftig Besitzer eines iPhones und verweist sie auf den Download einer kostenpflichtigen BILD-App. iPhone-Nutzer werden also für Nachrichten zur Kasse gebeten. Netzwertig orakelt in BILD-Manier von einem „digitalen Amoklauf“. Ich hingegen werde Springer-Aktien nachkaufen.

Martin Weigert schreibt bei Netzwertig von einer „fahrlässigen Idee ohne Zukunft“ und mutmaßt über das Konzept der neuen iPhone-Applikation von BILD.de. Seine Annahme: Man verwandle das bisherige BILD-Mobilportal 1:1 in eine App. Zugegeben, BILD-Mobilportalbetreiber Netbiscuits offeriert neuerdings genau diese Variante. Man darf aber annehmen, dass die BILD-App mehr kann als einen Newsticker und das Girl von Seite 1 anzuzeigen. Für Agenturmeldungen zahlt in der Tat niemand. Doch zum einen sind BILD-Schlagzeilen alles andere als Agentur, und zum anderen vermeldet DWDL, im Axel-Springer-Verlag schaffe man „ein völlig neuartiges Produkt, mit dem man die Nutzer derart überzeugen will, dass sie ohne Weiteres auf die bisherigen Webangebote verzichten können“. iPhone-Nutzer werden für ihr Geld also weitaus mehr bekommen als einen aufgebohrten Newsfeed. Eine App, die es „in der Form nirgends sonst kostenlos geben soll“, so DWDL unter Berufung auf Axel Springer. Gelingt es, den Lesern einen Mehrwert zu vermitteln, den sie weder in Print, noch im Web oder auf dem Standard-Mobilportal bekommen, wird die BILD-App erfolgreich sein. Denn exklusive Inhalte sind Geld wert, Allerweltscontent nicht.
Das „(juristische) Konfliktpotenzial“, das Martin Weigert durch das Aussperren von iPhone-Nutzern sieht, ist unter meinem subjektiven Empfängerhorizont (Recht Grundstudium) nicht gegeben. Apple verdient an jeder verkauften App schließlich die üblichen 30% und wird seinen größten Kunden in Europa wohl kaum beim Ausprobieren mobiler Erlösmodelle behindern.
Es macht den Eindruck, als unterschätze man in Schweden die Relevanz von BILD für iPhone-Besitzer dramatisch. Wie gesagt, ich kaufe nach
Moin Moin, hier geiht dat bontjebunt dör Kruut un Kratt vun't Internet över Reklaam bet hen to de niegste Kram. Kurzum: Medien, Marketing, Trends und Innovationen.