Papierrechnungen können jetzt mit PayPal bezahlt werden

PayPal-QR-Code

PayPal-QR-Code

PayPal ist das beliebteste Online-Zahlungssystem in Deutschland, wie eine vor wenigen Tagen vorgestellte Studie ergab. Doch jetzt will PayPal auch in das Segment klassischer “Offline”-Zahlungen vordringen. Klassische Überweisungen, die man per Papierformular oder online bei seiner Hausbank tätigt, sollen mit einer neuen Erfindung von PayPal abgelöst werden: Der Kunde scannt von der Papierrechnung einen QR-Code, daraufhin werden die Rechnungsdaten automatisch in die PayPal-Smartphone-App übernommen und der Kunde kann die Zahlung an den Empfänger mit einem Klick auslösen. Das Abtippen oder Ausfüllen manueller Überweisungsdaten gehört damit der Vergangenheit an.

Zumindest für den Kunden reduziert sich der Aufwand für den Bezahlvorgang deutlich. Für Händler, also Rechnungsaussteller, ist das Verfahren hingegen nicht ganz so einfach: Man muss einen speziellen Druckertreiber installieren, der den PayPal-QR-Code erzeugt. Die technische Dokumentation von PayPal (bzw. dem technischen Dienstleister gotomaxx GmbH) erklärt das Prozedere so: Der Händler erstellt am PC wie gewohnt eine Kundenrechnung. Anstatt sie klassisch auszudrucken, wird nun der PayPal-Druckertreiber angesprochen. Es öffnet sich eine Dialogbox, und der Händler gibt den Rechnungsbetrag, ggf. Rechnungsnummer und weitere Rechnungsdaten ein. Diese Daten werden in einem QR-Code hinterlegt, der vom PayPal-Druckertreiber an das eigentliche Rechnungsdokument angehängt wird. Das so generierte PDF lässt sich entweder ausdrucken oder per E-Mail an den Kunden verschicken. Öffnet der Kunde die Rechnung per PDF-Reader, kann er dort direkt auf den PayPal-Expresskauf-Button klicken und wird in den Zahlungsprozess geführt. Bei Papierrechnungen kann der Kunde den QR-Code abscannen und die Rechnung per App bezahlen.

Inwieweit sich Händler begeistern lassen, diesen Mehraufwand bei der Rechnungserstellung in Kauf zu nehmen, wird sich wohl in den nächsten Monaten zeigen. Weil die meisten Onlinebestellungen ja sowieso online bezahlt werden und Händler kaum auf offene Rechnung liefern, ist das Einsatzgebiet für die PayPal-QR-Codes meiner Ansicht nach eher klein. Vielleicht wäre das Verfahren aber für Restaurants, Supermärkte oder die IKEA-Selbstbedienkassen interessant: Wenn auf dem Kassenbon ein PayPal-QR-Code ausgedruckt wird, könnte der Kunde damit bequem seinen Einkauf bezahlen. Schwierig stelle ich mir dann allerdings vor, wie Händler sicherstellen wollen, dass der Kunde wirklich die PayPal-Zahlung ausgeführt hat und nicht mit unbezahlter Ware den Laden verlässt.

 

Beispiel: Dialogbox beim PayPal-Druckertreiber

PayPal-Druckerdialog

Sicherheitstacho: Telekom zeigt Hackerangriffe in Echtzeit

Sicherheitstacho: Telekom zeigt Hackerangriffe in Echtzeit

Auf der diesjährigen CeBit in Hannover hat die Deutsche Telekom eine interessante WebApp vorgestellt: Auf www.sicherheitstacho.eu wird nämlich in Echtzeit die Bedrohungslage durch Hacker angezeigt. Hierbei werden die Hackerangriffe auf die Deutsche Telekom ausgewertet und auf dem “Sicherheitstacho” nach Länderherkunft visualisiert. So erfährt der Nutzer beispielsweise, dass die meisten Angriffe aus Russland stammen. Allerdings darf man die Ergebnisse nicht zu exakt werten, denn bei Angriffen über Botnetze werden ja von Bösewichten fremde Rechner ferngesteuert. So könnte beispielsweise ein deutscher Angreifer sich auch russischer PCs für einen Angriff auf die Telekom bedienen.

Und woher weiß die Telekom, dass sie angegriffen wird? Hierzu wurden von der Telekom in ihren Netzen mit Absicht Schwachstellen eingebaut, die Hacker anlocken sollen. Nur Angriffe, die auf solche absichtlichen Schwachstellen erfolgen, können identifiziert und online dargestellt werden. Viele andere Attacken bleiben vermutlich unentdeckt oder lassen sich schlicht wegen der Vielzahl unterschiedlicher Angriffsstellen nicht überwachen. Dennoch erhofft sich die Telekom durch ihre neue Transparenz Erkenntnisgewinne: Indem man mehr als 90 “Honigfallen” (Honeypots) für Hacker ausgelegt hat, kann die Telekom nun schneller ein Lagebild über Angriffswellen, Hackermethoden und Angriffsziele erstellen.  ”Es ist, als würden wir in einem Haus alle Türen und Fenster öffnen, um zu sehen, wie Einbrecher vor gehen”, sagte Thomas Tschersich, Leiter der Abteilung Datensicherheit bei der Telekom. Anschließend könne man anhand der gewonnen Erkenntnisse neue Sicherheitsmaßnahmen entwickeln, um Hackern entgegenzuwirken.

 

FOLGEN! BILD.de erfindet neue Funktion für personalisierte News

FOLGEN! BILD.de erfindet neue Funktion für personalisierte News

BILD.de hat heute eine kleine journalistische Innovation gelauncht: Und zwar kann man als Leser Themen folgen, die man interessant findet. “Folgen” heißt Button bei BILD und funktioniert fast genauso wie der Like-Button bei Facebook. Zuallererst benötigt man allerdings einen Account in der BILD-Community – man muss sich also registrieren. Anschließend ist die Funktion des Folgen-Buttons unterhalb der meisten Artikel auf BILD.de aktiviert. Mit einem Klick darauf kann man dem Themenbereich folgen, dem der Artikel zugeordnet wurde.

Folgen-Funktion bei BILD.de

Liest man beispielsweise einen Bericht über David Hasselhoff, könnte man bei diesem Thema auf “Folgen” klicken und kann so zu allen Hasselhoff-Berichten einen Alert abonnieren. Wobei es Alert nicht ganz trifft, denn man wird nicht aktiv per E-Mail über neue News informiert sondern hat in der BILD-Community den Bereich “Meine News”, auf der alle neuen Nachrichten zu den gefolgten Themenbereich aufgeführt werden.

Kleines Manko: Offenbar ist jeder BILD-Artikel nur exakt einer Rubrik zugeordnet. Der Streit um ein abgerissenes Stück Berliner Mauer, in den sich jüngst David Hasselhoff eingemischt hat, ist lediglich mit dem Themenbereich “Berlin” verknüpft. Das ist ziemlich grob gruppiert, denn dass mich alles rund um Berlin interessiert, wenn ich einen Bericht über die Berliner Mauer lese, ist unwahrscheinlich. Es wäre besser, wenn man aös Nutzer wählen könnte, ob man an David Hasselhoff interessiert ist oder an der Berliner Mauer. Wobei das die Folgen-Funktion komplizierter macht – insofern ist es vielleicht doch eine gute Wahl, erstmal einfach zu starten. Sollte das Feature bei den Nutzern gut ankommen, kann man es ja immer noch verfeinern.

 

So sieht eine individuelle News-Übersicht bei BILD.de aus, wenn man bspw. dem Thema Berlin folgt. Eine ziemlich wilde Mischung verschiedener Themen, die mich persönlich kaum interessiert..

Meine News bei BILD.de

 

Teilnehmerbericht vom SPD Bürgerkonvent: Bürgerbeteiligung ist auch nur Politik

Teilnehmerbericht vom SPD Bürgerkonvent: Bürgerbeteiligung ist auch nur Politik

Mein allererster politischer Blogeintrag ist gleich mehreren Zufällen geschuldet. Im letzten Jahr fiel mir nämlich eine Postkarte in die Hände mit der Frage „Was muss in Deutschland besser werden?“ – Man konnte etwas beliebiges draufschreiben und an die SPD schicken. Weil ich Postkarten mit dem Vermerk „Porto zahlt Empfänger“ besonders gern verschicke und mir einen Spaß machen wollte, schrieb ich „Soziale Absicherung für Selbstständige“ auf die Postkarte, warf sie ein und erwartete, dass sie im Willy-Brandt-Haus versanden würde.

Wie ich seit gestern weiß, hat die SPD mehr als 40.000 Rückmeldungen auf ihre Postkartenaktion bekommen. Studenten tippten sie in mühevoller Kleinarbeit ab (wobei 20% online kamen, da war der Aufwand geringer). Jeder Einsender erhielt übrigens eine Rückmeldung. Das hat mich überrascht, aber letztendlich war es auch nur ein Serienbrief mit dem Versprechen, die Einsendung sei erfasst und würde von der SPD berücksichtigt. Bloß wie, fragte ich mich, bei sovielen unterschiedlichen Einsendungen?

Seit gestern weiß ich auch, dass ein SPD-Team 1 Jahr lang mit Planung und Ausführung dieser Aktion namens „Bürger Dialog“ beschäftigt war und die Einsendungen tatsächlich ausgewertet und in sechs Themenkomplexe strukturiert wurden. Von den 40.000 wurden im Januar 2013 einige tausend Bürger angeschrieben (vermutlich zufällig), die eine Einladung zu einer Veranstaltung der Bundes-SPD in Berlin erhielten. 1.300 meldeten sich dafür an, aus denen letztendlich 250 gelost wurden – darunter auch ich, der in Berlin am sogenannten „SPD Bürgerkonvent“ teilnehmen durfte.

Fazit vorweg: Es war interessant mitzuerleben, wie Politik funktioniert. Und so bürgerfern, wie Bundespolitik manchmal scheint, ist sie gar nicht. Bzw. sie muss zwangsläufig so sein, weil sich in der aggregierten Meinung tausender Menschen gar nicht jeder einzelne wiederfinden kann. Das wurde beim SPD Bürgerkonvent sehr deutlich, hier gab es politische Meinungsfindung im Schnelldurchlauf von 9 bis 17 Uhr (mit reichlich Pausen, zugegeben ;) .

Ablauf

Der Bürgerkonvent wurde organisatorisch durchgeführt von der Firma SwarmWorks mit dem Geschäftsführer Heiner Koppermann als Moderator. Man erahnt es am Namen: SwarmWorks hat eine Software für „Schwarmintelligenz“ entwickelt – also Ideenfindung aus einer riesigen Masse.

Wir 250 Teilnehmer wurden in 7er Gruppen aufgeteilt, an runde Tische gesetzt und über Computer miteinander vernetzt. Jeweils 42 Teilnehmer (=6 Tische mit 7 Leuten) behandelten eines der sechs Themenfelder (6×42=252 Teilnehmer insgesamt), die die SPD im Vorfeld aus den 40.000 Einsendungen herausgearbeitet hatte. Mein Themenfeld war „Mobilität“ – ansonsten war nichts vorgegeben. In der Diskussion musste man keiner SPD-Meinung folgen, bekam kein Briefing vorab und man musste auch kein SPD-Wähler oder gar Parteimitglied sein.

Der Bürgerkonvent mit Software-Unterstützung lief in mehreren Runden ab: Zunächst wurde damit gestartet, haufenweise Probleme einzutippen. Also beispielsweise zu geringe Bustaktungen, zu teure ÖPNV-Tickets, Transportprobleme für Menschen mit Behinderung, unsichere Bahnhöfe, Anschlusszugproblematik bei der Bahn, usw. Daraus wurden schließlich größere Problemfelder gebildet, z.B. „schlechte Mobilität auf dem Land“. Im nächsten Schritt sollten die Teilnehmer Visionen finden, mit denen sich diese Probleme lösen lassen. Wobei zunächst keine konkreten Lösungen sondern eher Stoßrichtungen gefragt waren, wie z.B. die bessere finanzielle Ausstattung von Kommunen für ÖPNV-Aufgaben. Erst als die Stoßrichtungen gebildet waren, ging es an die Arbeit, konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Also wie bspw. mehr Geld für ÖPNV bereitgestellt werden kann oder wie sich vorhandene Gelder sinnvoller investieren lassen („Prestigeprojekte wie S21 stoppen“ war z.B. ein Vorschlag). Die mehreren hundert Lösungsvorschläge der Gruppen wurden anschließend wieder aggregiert, hin zu großen Ideen und Handlungsaufträgen an die SPD-Führung. Durch ein Abstimmungstool konnte jede Gruppe sinnvolle Lösungen nach oben voten und unrealistische nach unten (in der Gruppe Energie gab es z.B. den Vorschlag „Atommüll ins Weltall schießen“).

Bis zu diesem Schritt arbeiteten die Gruppen immer in ihrem Themenfeld, also z.B. Mobilität, Steuern, Rente, Energie, usw. Durch die Moderation erhielt man zwischendurch aber stets Einblick in die Arbeit der anderen Gruppen, und welche Probleme bzw. Lösungen dort entwickelt wurden.

In der Schlussrunde wurden die zehn am höchsten bewerteten Ideen jedes Themenbereichs für alle Gruppen zum Voting freigegeben. Der Fokus lag nun auf dem Aspekt „Machbarkeit“. Indem jeder Tisch 30 virtuelle Stimmen zugeteilt bekam, die er auf die 6 besten Vorschläge (aus 60 insgesamt) verteilen durfte, bildeten sich übergeordnete Top-Themen heraus. Aus dem Bereich Mobilität schaffte es leider keine einzige Idee in die Top10. Das war zunächst etwas betrüblich, aber so ist Politik eben: die Mehrheitsmeinung setzt sich durch.

Die vom Bürgerkonvent am höchsten gevoteten Vorschläge sind:

  1. Einführung eines gesetzlich geregelten Mindestlohnes.
  2. Das Einnahmevolumen erhöhen, zum Beispiel: Reichensteuer, Spitzensteuer erhöhen. Sozialabgaben für alle Einkommensbereiche.
  3. Sozialer Wohnungsbau muss ausgebaut werden, auch für altersgerechte Wohnungen.
  4. Keine Sozialisierung von Verlusten und Kosten bei Privatisierung von Gewinnen (Energieversorgung, Banken, Bahn…).
  5. Wasserversorgung sollte weiterhin in staatlicher Hand bleiben.
  6. Bund soll Gesetzgebungskompetenz für Bildung bekommen durch Grundgesetz-Änderung.
  7. Einbeziehung aller Personen in die Krankenversicherung.
  8. Mehr Wertschätzung durch bessere Entlohnung bei Arbeitnehmern im sozialen Bereich (personenbzeogene Dienstleistungen).
  9. Wie die Bergwerke sollten auch die Energiekonzerne für Folgeschäden haften, indem sie Rückstellungen bilden.
  10. Förderprogramm von Ganztags-Kitas und -schulen durch den Bund.
  11. Neue Lastenverteilung, da Gemeinden überproportional belastet sind.

Man könnte einwenden, dass sich viele der obigen Punkte sehr allgemein, unkonkret und gar nicht neu anhören. Das stimmt einerseits, andererseits auch wieder nicht. Die elf Topthemen sind ja die Summe hunderter einzelner Lösungsideen. Deshalb müssen sie so allgemein formuliert sein, und können nicht bloß Teilaspekte abdecken, von denen wenige Bürger betroffen sind. In der Abstimmung hat sich deutlich gezeigt, dass „Einzelschicksale“ hintenrüber fallen wie z.B. bessere Radwege in Thüringen, die Vernetzung von Hansestädten oder der Wunsch nach freundlicheren Busfahrern. Mehrheitsfähig sind nur große „Visionen“, mit denen jeder in Deutschland etwas anfangen kann. Und deshalb freut es mich einerseits, dass in den Top10 Themen enthalten sind, für die ich am Tisch mit „Like“ gestimmt habe. Andererseits lehne ich z.B. den Vorschlag „Einbeziehung aller Personen in die Krankenversicherung“ ab – aber man kann nicht alles haben. Und keine von den Bürgern erarbeitete Idee ist verloren, sichert SwarmWorks zu. Die SPD bekommt für die weitere Parteiarbeit alles dokumentiert und strukturiert übergeben.

Der brisanteste Vorschlag war übrigens „Bund soll Gesetzgebungskompetenz für Bildung bekommen durch Grundgesetz-Änderung“ – als wir dazu am Tisch über den Aspekt Machbarkeit gesprochen haben, kamen wir zu keiner Lösung. Haben dem Vorschlag aber trotzdem die Höchstzahl von 5 Punkten gegeben und gedacht: „Wir müssen ja nur für die gute Sache sein, die Politiker sollen später selbst sehen, wie sie es umsetzen.“ Spätestens da endet wohl die Macht der Bürger, denn den Ländern Kompetenz wegzunehmen – das wird selbst für eine SPD-Bundesregierung nicht einfach.

Das Drumherum

Die Veranstaltung war sehr gut organisiert. Ich erlaube mir eine geschätzte Hochrechnung der Kosten, um aufzuzeigen, dass es keine Alibi-Veranstaltung war sondern die SPD echtes Geld in die Hand genommen hat:

Hotelzimmer mit Frühstück für 250 Personen: ………. € 15.000
Bahnfahrkarten für 250 Personen: ………………………. € 30.000
Raummiete für Abendveranstaltung ……………………. € 8.000
Livemusik bei Abendveranstaltung ……………………..  € 2.000
Essen bei Abendveranstaltung ……………………………. € 7.000
Sicherheitsdienst für 2 Tage ……………………………….. € ?
Raummiete für Bürgerkonvent ……………………………. € 6000
Bühne …………………………………………………………….. € 3000
Catering ………………………………………………………….. € 8.000
Moderation und technische Ausstattung von Swarmworks € > 10.000
Mehrköpfiges Redaktionsteam von Swarmworks ……. € ?
Regie, Licht, Ton ………………………………………………. € 2000
2 Sanitäter ………………………………………………………. € 1000
Jede Menge SPD-Mitarbeiter für Presse, Betreuung, Information, Foto, Video, etc.
……………………………………………………………………..  SUMME: wohl knapp 100.000 Euro

Die Veranstaltung ist übrigens einzigartig gewesen, nie zuvor hat eine Partei die Software von SwarmWorks zur Bürgerbeteiligung eingesetzt. Und lt. Aussage des Geschäftsführers ist er damit auch bei allen anderen Parteien abgeblitzt – lediglich die SPD kam selbst auf ihn zu und hat danach gefragt.

Aufgrund der Kosten könne man dieses Event nicht ständig wiederholen, so Peer Steinbrück am Schluss der Veranstaltung. Aber er will sich im Jahr 2015 die erarbeiteten Bürgerthemen wieder vorlegen lassen und Rechenschaft ablegen, was umgesetzt wurde und was nicht. Zunächst einmal steht sowieso der SPD-Parteitag in Augsburg auf dem Programm. Dort müssen die Parteigremien beschließen, welche Themen vom Bürgerkonvent offiziell in das Wahlprogramm der SPD aufgenommen werden.

Viele Prominente

Die SPD hat den Bürgerkonvent für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, es waren haufenweise Reporter und Kamerateams anwesend und natürlich Spitzenpolitiker wie Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier, Andrea Nahles, Ralf Stegner und Barbara Hendricks. Letztere ist Schatzmeisterin der SPD und wurde ziemlich oft erwähnt. In der Mittagspause stand Peer Steinbrück mit seinem Bodyguard in der Buffetschlange, das war kurios anzusehen. Er meinte übrigens, die Medien werden ihn demnächst noch als Steuererhöhungskanzler hinstellen, davon solle man sich nicht kirre machen lassen. Positiv war, dass die SPD-Politiker durchgehend an der Veranstaltung teilgenommen haben und nicht bloß wenige Minuten für eine Ansprache oder aus Scheininteresse.

Während des Bürgerkonvents waren die Politiker an den Gruppentischen unterwegs und konnten als Experten für bestimmte Fachthemen hinzugezogen werden. Die Politiker nahmen aber keinen Einfluss auf die Diskussion oder lenkten sie in bestimmte Richtungen. In der Mittagspause konnte ich mit halbem Ohr allerdings zuhören, wie ein SPD-Berufspolitiker launig meinte: „Da kommen natürlich viele Vorschläge, aber über die Finanzierung macht sich keiner von denen Gedanken.“ Damit hatte er durchaus recht ;-)

Insgesamt vermittelten alle Politiker, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, im echten Leben einen ganz normalen Eindruck. Es sind ja auch nur Menschen. Und umgekehrt gilt: Die Bürger sind auch nur Politiker, die im Zweifel Phrasen dreschen, die gut klingen.

In einigen Leser-Kommentaren auf Newsseiten wurde übrigens die Vermutung geäußert, die SPD hätte die Teilnehmer vorher gebrieft oder ähnliches. Schließlich sei es verwunderlich, dass die Top-Themen der Bürger auch allesamt SPD-Themen widerspiegeln. Dazu ein Beispiel aus der Gruppendiskussion an meinem Tisch: Als das Problem überfüllter LKW-Rastplätze wegen des Sonntagsfahrverbots besprochen wurde, hatte ich den Vorschlag, das Sonntagsfahrverbot doch einfach aufzuheben. Dieser verwegene Vorschlag kam nicht gut an ;) Damit hatte ich allerdings auch nicht gerechnet, schließlich wurde der Bürgerkonvent nicht von der FDP veranstaltet. Letztendlich waren es die Meinungen meiner 6 Tischnachbarn, die mich in diesem Punkt überstimmten. Der Effekt, dass die Top-Ten-Bürgerthemen alle sozialdemokratisch geprägt sind, ist also nicht auf Einflussnahme oder Briefings zurückzuführen, sondern schlicht der Tatsache geschuldet, dass die Mehrheit der Teilnehmer sozialdemokratisch eingestellt ist. Wie nicht anders zu erwarten, bei einer SPD-Veranstaltung.

Ich bin gespannt, wie viele der Bürgerthemen in das SPD-Wahlprogramm einfließen – und ob ich die SPD im Herbst tatsächlich wähle.

 

 

Wissenswertes zum Coax-Kabel

Das gute alte Coax Kabel ist besser bekannt unter der Schreibweise Koaxialkabel, wobei die C-Schreibweise aus dem Englischen stammt. Ein Coax Kabel wurde früher für Ethernet-Verbindungen genutzt, bis es aufgrund der Weiterentwicklungen vom Glasfaser-Kabel abgelöst wurde. Heute dient das Koaxialkabel vorwiegend der Übertragung von breitbandigen Signalen. Diese Signale sind Radio- und Radarsignale oder können bei Messungen angewandt werden.

Während die Coax Kabel für die Verbreitung unsymmetrischer Signale zuständig sind, gehören übrigens die Twinaxialkabel zu den Weiterleitern von symmetrischen Signalen, die immer noch im Computerbereich Einsatz finden. Unterschiede finden sich im Aufbau. Der Aufbau eines Coax Kabel ist so einfach wie doch genial. Im Inneren befindet sich die Seele, die aus Kupfer besteht. Sie kann aus Stahl sein, je nachdem welchen Typ Coax Kabel man wählt. Diese Innenleiter ist umgeben von einer Isolierung oder einem sogenannten Dielektrikum, wobei dies Luft sein kann. Danach folgt der Außenleiter bzw. die Abschirmung und zu guter Letzt kommt noch der Schutzmantel.

Auf den ersten Blick ist der leicht kompliziert wirkende Aufbau eines Coax Kabel nicht für jeden ersichtlich. Bei einem Querschnitt würde man den Aufbau sehr leicht erkennen können. Der Unterschied zwischen einem Coax Kabel und einem Twinaxialkabel im Aufbau ist zum Beispiel, dass im Inneren des Twin-Kabels – wie der Name sagt –, eben zwei Kupferleitungen zu finden sind. Beim Tri-Axial-Kabel weißt der Name darauf hin, dass es sich hier um tri- also um drei Kupferleitungen handelt. Beim Erwerb eines Coax Kabel gibt es einige Dinge zu beachten. Wichtig ist zum Beispiel der sogenannte Wellenwiderstand. Dieser wird in Ohm (?) angegeben und der gängigste Widerstand ist 50 Ohm, 75 Ohm ist seltener anzutreffen, wohin gegen 60 Ohm, 78 Ohm und 93 Ohm fast zur Rarität gehören. Wer eine höhere Impedanz benötigt, greift nicht zum Coax Kabel, sondern zum Twinaxial Kabel. Hier finden sich Wellenwiderstände von 62 Ohm bis zu 150 Ohm.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Coax Kabel ist die Dämpfung, die angibt, wie verlustfrei ein Coax Kabel arbeitet. Das Isoliermaterial sollte auf keinen Fall vergessen werden, hier finden sich verschiedene Typen. Ähnlich verhält es sich mit dem Außenmaterial. Viele kleine Einzelheiten, die gewählt werden können und für die Leistungsstärke und Verwendungszweck ausschlaggebend sind. Das bezieht sich auf die Maximale und Minimale Temperatur des Coax Kabel. Wer ein konfektioniertes Coax Kabel erwerben möchte, sollte über die beiden Anschlusstypen Bescheid wissen. Anschluss A und Anschluss B können, müssen nicht identisch sein. Verschiedene Buchsen, Stecker und Female wie Male Varianten können als Anschluss A und Anschluss B gewählt werden. Etwas einfacher ist es bei der Länge des Coax Kabel. Es gibt kurze Kabel von einem Meter Länge und 500 m Länge. Beim konfektionierten Coax Kabel finden sich Längen von 0,25 m bis zu 5 m Länge. Natürlich ist die Länge abhängig vom jeweiligen Verwendungszweck, dennoch sollte die Rollenlänge auf keinen Fall außer Acht gelassen werden.

Hamburger Abendblatt jetzt mit Gratisausgabe

Hamburger Abendblatt jetzt mit Gratisausgabe

Ich wohne ja in einem Gebäude, bei dem sich die Briefkästen der Mieter im Hausflur befinden, der hinter einer verschlossenen Haustür liegt. Das ist für den Postzusteller recht unpraktisch, weil er ständig einen Schlüssel mitschleppen muss, um an die Briefkästen heranzukommen. Richtig unangenehm sind solche verschlossenen Hausflure aber für Verteilerleute von Flyern, Angebotszetteln und Gratiszeitungen – die haben nämlich keinen Schlüssel und kommen somit gar nicht an die Briefkästen heran. Doch Not macht erfinderisch – und deshalb füllen die Verteiler von Gratispapier ihre Gaben in Plastiktütchen und legen sie vor den Hauseingang ab.

Dort liegen die bedruckten Papiere dann ein, zwei Tage in der Hoffnung, dass sie jemand mitnimmt. Meistens bin das dann ich, der die Plastiktüte schließlich nimmt und sie über der Altpapiertonne ausleert. So auch heute Abend, als ganze 3 Gratistütchen auf dem Trittstein oder daneben herumlagen. Sie waren bereits durchnässt und unansehnlich vom Schneematsch der letzten Tage. Allerdings befand sich diesmal eine Überraschung in dem Papierwust: Das Hamburger Abendblatt!?

Da habe ich mir natürlich ein Exemplar gegriffen, und mich prompt über den mageren Umfang gewundert (12 Seiten). Nein, das konnte kein normales Abendblatt sein. Und tatsächlich macht ein kleiner Willkommenstext auf der Titelseite klar, dass dies eine kostenlose Ausgabe des Abendblattes sei. “Die Woche” kommt ab jetzt regelmäßig immer am Wochenende und ist offenbar als Anzeigenblatt konzipiert. Dafür sind die Anzeigen aber glücklicherweise recht sparsam dosiert, der textliche Inhalt überwiegt. Scheinbar enthalten die Ausgaben außerdem stadtteilbezogene Inhalte, was durchaus ein kurzweiliges Leseerlebnis beschert. Wenn das kostenlose Abendblatt nicht zu sehr mit Schweinebauch-Anzeigen vollgestopft wird, könnte es sich tatsächlich positiv von anderen Anzeigenblättern abheben. In der ersten Ausgabe lag auch nur eine Werbebeilage, und zwar von Aldi.

Fazit: Das Abendblatt tut sich auf den ersten Blick keinen Gefallen, zusammen mit herkömmlichen Anzeigenblättern verteilt zu werden und in Pfützen vor Hauseingängen herumzuliegen. Allerdings ist die Zeitung gut gestaltet, und sowohl optisch als auch inhaltlich erinnert “Die Woche” an das große Abendblatt. Bleibt die Frage, ob das Projekt in dieser Form finanzierbar bleibt, weil wie gesagt recht wenige Anzeigen von Werbekunden geschaltet wurden (verglichen mit anderen Anzeigenblättern).

Johann König wirbt für HUK24

Johann König wirbt für HUK24

Comedian Johann König wirbt ab sofort für HUK24, den Onlineableger der HUK-Coburg-Versicherung.  Eine ganze Serie mehr oder weniger komischer Kurzfilme soll dazu bei Facebook und Youtube verbreitet werden. Der Name der Kampagnenwebsite koenig-in-gefahr.de lässt schon erahnen, worum es in den Filmchen geht: Johann König wird mit “Alltagssituationen konfrontiert, filmt sich selbst und kommentiert mit seiner Krächzstimme die Gefahrensituation. “König in Gefahr” ist jedoch nicht mit “Raab in Gefahr” zu verwechseln. Denn der angebliche Witz an König’s Filmen ist, dass er Gefahren sieht, wo keine sind. Zum Beispiel, wenn er mit Thermo-Schutzanzug einen Kuchen aus dem heißen Ofen holt. Oder wenn er darüber sinniert, was wohl sein Nachbar denkt, wenn er in die Wand bohrt. Und was passiert, wenn Johann König auf dem Balkon Blumen gießen will, zeigt dieser Film:

 

Mir erschließt sich noch nicht ganz, welchen Vorteil HUK24 mit den Filmen kommunizieren will. Vielleicht, dass man eine sympathische und lustige Versicherung ist.

Bislang sind drei Filme von Johann König für HUK24 veröffentlicht worden. Insgesamt soll es 16 Filme geben, hat die ausführende Agentur Hello aus München bekannt gegeben. Ursprünglich war geplant, dass die Filme nur online verbreitet werden. Informationen zufolge, die mir vorliegen, ist inzwischen aber auch eine TV-Kampagne geplant, weil man sich nicht allein auf den viralen Faktor verlassen will.

Payback-Punkte bald auch in Onlineshops einlösbar

Payback-Punkte bald auch in Onlineshops einlösbar

Es liest sich wie eine beiläufige Bemerkung, ist aber eine echte Neuerung im Bereich der Online-Kundenbindungsprogramme. Design3000-Gründer Frank Levita sagte in einem Interview mit der Zeitschrift “Möbel Kultur” (hier als pdf bei exciting commerce), dass Payback-Kunden in seinem Onlineshop bald auch Punkte einlösen können. Zum besseren Verständnis: Bislang können Payback-Kunden in verschiedenen Onlineshops für Einkäufe Bonuspunkte sammeln; von Amazon über Design3000 und OTTO bis zu Zalando. Eingelöst werden können die Punkte entweder gegen Bargeld, Gutscheine oder eine Sachprämie aus dem Payback-Prämienkatalog. In einigen Filialen stationärer Einzelhändler (z.B. dm, Galeria Kaufhof) stehen außerdem Payback-Terminals, mit denen Kunden direkt im Geschäft ihre gesammelten Punkte gegen einen Gutschein eintauschen können.

Dieses Direkteinlösen von Payback-Punkten bei einem Partnerunternehmen soll in Kürze auch im Design3000-Onlineshop möglich sein. Mir ist kein anderes Bonusprogramm bekannt, das ein solches Feature bietet. Kunden und Händler profitieren gleichermaßen davon: Als Payback-Kunde musste man bislang  auf bestimmte Punkteschwellen sparen, um z.B. eine Prämie / einen Gutschein eintauschen zu können. Wenn man künftig bei einem Payback-Partner einkauft und beim Bezahlprozess angibt: “Bitte vom Rechnungsbetrag 427 Payback-Punkte abziehen”, kann man einerseits auch krumme und kleine Payback-Punkte einlösen. Andererseits ist man nicht mehr an das begrenzte Payback-Prämiensortiment gebunden sondern kann aus dem riesigen Design3000-Katalog sein Lieblingsprodukt aussuchen und es ganz oder teilweise mit Payback-Punkten bezahlen. Das erhöht mit Sicherheit die Anzahl der Neukunden bei Design3000, weil viele Payback-Nutzer demnächst bei Design3000 nach attraktiven Prämien stöbern werden. Und für Payback reduzieren sich die Handlingkosten für Prämienbestellungen und Lagerhaltung.

Ich bin gespannt auf dieses neue Einlösefeature bei Payback und Design3000. Die Hintergrundprozesse mit Rechnungsstellung, Punkte-Verrechnung, Punkte-Rückbuchung bei Retouren, etc. stelle ich mir überaus kompliziert vor. Das dürfte für hohe Nachahmerbarrieren sorgen, so dass Wettbewerber wie Webmiles vermutlich noch lange Zeit keine ähnliche Einlösefunktion anbieten werden.

Spielend das passende Hotel finden

Spielend das passende Hotel finden

Einen völlig neuen Ansatz der Hotelsuche bietet die Website BAGTION! Während ich noch über die Aussprache des Namens grübele („Bagzion“?), ist das Prinzip schnell erklärt, denn es basiert auf dem bekannten Spiel „Ich packe meinen Koffer“.

Bagtion bietet einen virtuellen Koffer, in den man per Drag & Drop die Dinge hineinpackt, die einem im Urlaub wichtig sind. Plant man z.B. einen Angelurlaub, klickt man auf einen Angelköder und legt ihn in den Koffer. Daraufhin zeigt einem die Seite sofort an, wie viele passende Hotels gefunden wurden. Möchte man die Hotels weiter einschränken, kann man seinen Koffer mit weiteren Utensilien füllen, zum Beispiel einem virtuellen Anker, der für Bootstouren steht. Oder ein Bündel Schilf, wenn man auf einer Insel angeln möchte. Insgesamt bietet Bagtion eine Fülle von Urlaubskriterien, mit denen wirklich jeder sein Traumdomizil finden dürfte. So kann man den Angelurlaub zum Beispiel auch mit Minigolf verbinden, passionierte Radfahrer finden Hotels mit schönen Radwanderstrecken, und Geschäftsreisende können gezielt nach Tagungsräumen suchen.

Um den Einstieg in Bagtion zu erleichtern, wählt der Nutzer zu Anfang seiner Suche außerdem eine Kofferart, die die Preisklasse der Hotels beschränkt. Packt man einen Luxuskoffer, werden eher teure Hotels gefunden – bei einem Standardkoffer eher die günstigen Hotels.

Im Hintergrund  von Bagtion arbeitet eine ausgefeilte Suchtechnik, um die jeweils passenden Hotels zu finden. Die weltweiten Hotelangebote sind mit ihren Kriterien bei Bagtion verschlagwortet und werden entsprechend zu den Suchkriterien des Nutzers aufgelistet. Auf der Ergebnisseite listet Bagtion jedes Hotel mit einem kleinen Vorschaubild, dem Namen und dem Urlaubsland auf. Per Klick gelangt man direkt zur Website des Hotels und kann dort die Buchung vornehmen. Das garantiert günstige Preise, weil Bagtion keine eigene Buchungsmöglichkeit anbietet und das Hotel deshalb keine Provision abführen muss.

Insgesamt ist Bagtion ein sehr interessanter, neuer Ansatz auf dem Markt der Online-Hotelsuche. Mit den spielerischen Elementen macht es Spaß, verschiedene Suchkriterien zu kombinieren und seinen persönlichen Urlaubskoffer zu packen. Und dann heißt es schon bald: „Los geht die Reise!“

Nach Portoerhöhung bei der Post: Alte Internetmarken ungültig

Nach Portoerhöhung bei der Post: Alte Internetmarken ungültig

Nach der zum 1. Januar erfolgten Portoerhöhung verbietet die Deutsche Post die Weiterverwendung alter Internetmarken, also online gekaufter Briefmarken. Hintergrund: Die Internetmarken bestehen aus einem Matrixcode, in dem der Portowert codiert gespeichert ist. Während herkömmliche Briefmarken in den Briefzentren anhand ihres Bildmotivs und dem aufgedruckten Wert erkannt werden und mit einem Stempel entwertet werden, erfolgt die Kontrolle von Internetmarken über digitale Lesegeräte. Zudem werden Internetmarken nicht sichtbar entwertet.

Weil es für Internetmarken und klassische Briefmarken getrennte Kontroll- und Entwertungsmechanismen gibt, können unterschiedliche Markentypen nicht kombiniert werden. Laut AGB der Deutschen Post (PDF) ist es verboten, eine sog. Mischfrankierung mit normalen Marken und Internetmarken vorzunehmen.

Hat ein Kunde noch alte, klassische Briefmarken zu 55 Cent, kann er diese durch Ergänzungsbriefmarken zu 3 Cent weiterhin nutzen und damit Standardbriefe zum neuen Tarif von 58 Cent pro Brief verschicken. Internetmarken zu 55 Cent können hingegen nicht mit Ergänzungsmarken kombiniert werden. Selbst wenn es 3 Cent Internet-Ergänzungsmarken gäbe (gibt es nicht), dürften diese nicht verwendet werden. Jeder Brief darf nur mit einer einzigen Internetmarke frankiert werden. Mehrere Internetmarken auf einem Brief oder die bereits erwähnte Mischfrankierung mit Standardmarken sind nicht erlaubt.

Dies stellt Kunden mit alten Internetmarken aus 2012 nun vor ein großes Problem. Denn Internetmarken zu 55 Cent oder 2,20 Euro (Maxibrief) sind laut Post-AGB quasi mit einem Verwendungsverbot belegt. Jetzt ist guter Rat teuer. Die Deutsche Post schreibt auf ihrer Internetseite, dass im Einzelfall und auf Antrag geprüft wird, ob “aus Kulanz” alte Internetmarken zurückgenommen bzw. gegen Gutschrift erstattet werden. Im Klartext: Wer Pech hat, verliert den kompletten Wert seiner alten Internetmarken!

Im Wortlaut heißt es auf der Postwebsite:

Für die INTERNETMARKE können Sie keine Ergänzungsmarken (z.B. Mischfrankatur mit Postwertzeichen) verwenden. Sollten Sie noch vereinzelt Internetmarken mit alten Portowerten vorliegen haben, können Sie sich die entsprechenden Werte Anfang 2013 für noch nicht eingelieferte Internetmarken zurückerstatten lassen. Senden Sie das PDF-Dokument mit den zu erstattenden INTERNETMARKEN und der Bitte um Rückerstattung per E-Mail an internetmarke@deutschepost.de. In diesem Fall prüft die Deutsche Post, ob Ihnen aus Kulanz das gekaufte Porto erstattet werden kann – als Gutschrift in Ihre persönliche Portokasse bei der INTERNETMARKE.”

Hier wird den Kunden eine weitere Hürde auferlegt, denn offenbar müssen alte Internetmarken als digitales PDF eingereicht werden. Gekaufte Internetmarken werden als PDF-Download von der Post geliefert. Wie aber sollte man in 2012 ahnen, sich das PDF zwecks möglicher Rückerstattung bis 2013 aufzubewahren? Ich jedenfalls habe die Internetmarken-PDFs gelöscht. Und außerdem gibt es ja häufig den Fall, dass man 20 Briefmarken als PDF bekommen aber nur 10 verwendet  hat. Wie soll man der Post klarmachen, welche 10 Internetmarken im PDF verbraucht sind und welche nicht?

Deshalb mein Appell an die Deutsche Post:

  • Internetmarken mit alten Portowerten sollten ohne Wenn und Aber zurückgenommen und erstattet werden
  • Alte, ausgedruckte Internetmarken sollten postalisch einsendbar sein (nicht als PDF)

Eine entsprechende Anfrage meinerseits bei der Post blieb bislang (3.1.2013) unbeantwortet.

 

Foto oben: Deutsche Post

1 von 28
12345